|
Jean Paul |
|
Am andern liebt man Vollkommenheit, an sich sich. |
|
Der Besitz macht uns nicht halb so glücklich, wie uns der Verlust unglücklich macht. |
|
Der Mutige erschrickt nach der Gefahr, der Furchtsame vor ihr, der Feigste in ihr. |
|
Der Uneigennützige hasset Egoisten, nicht so sehr als der Egoist. |
|
Der Weise rechnet das Missvergnügen zu seinen Sünden. |
|
Ein Mann liebt Keusche und ist es selbst nicht; bei Weibern ist’s umgekehrt. |
|
Eine Freude darüber, dass man was Neues entdeckt, heißt eine über einen 6 000–jährigen Irrtum. |
|
Eine gewisse Seelengröße macht zur Menschenkenntnis unfähig. |
|
Gäb es keinen Schlaf und Ohnmacht, wir hätten keinen Begriff von Tod. |
|
In der Sprache der Liebe gibt es keine Pleonasmen. |
|
Je älter man wird, desto toleranter gegen das Herz und intoleranter gegen den Kopf. |
|
Man darf immer Misstrauen haben, nur keines zeigen. |
|
Man liebt noch den Ort der Liebe, wenn man gegen die Person keine mehr hat. |
|
Man verbindet sich oft einem Menschen, wenn man nach dem Namen seines Hundes fragt. |
|
Manche können nur fremde Meinungen, nicht ihre eigenen berichtigen. |
|
Mangel an Verschwiegenheit entsteht meistens aus Mangel an Redestoff. |
|
Nonnen mager, Mönche fett, Beweis der weiblichen Mäßigkeit. |
|
Schnee, der sich leicht ballen lässt, schmilzt bald. |
|
Um zur Wahrheit zu gelangen, sollte jeder die Meinung eines Gegners zu verteidigen suchen. |
|
Was kannst du genießen, wenn Du allein genießest. |
|
Wenn man die Verteidigung nicht widerlegen kann, tadelt man die Art derselben. |
|
Wenn man glaubt, etwas zu vergessen, vergisst man es. |
|
Wenn man sich eines Fehlers anklagt, so hat man ihn stets größer, als man ihn malt. |
|
Wer nicht sucht, wird bald nicht mehr gesucht. |
|
Wir haben nichts darwider, was der andre von sich hält, wenn er nur von uns noch mehr hält. |
|
Wir schämen uns mehr vor uns selber, wenn wir uns einer Torheit als eines Lasters erinnern. |
|
Zehn Küsse werden leichter vergessen, als ein Kuss. |